Daniel Wenzel

Daniel Wenzel
© Gerard Collett

Daniel Wenzel zählt zu den vielseitig profilierten Cellisten seiner Generation. Seit 2014 ist der gebürtige Münchner Erster Solocellist des Sinfonieorchesters Aachen. Als gefragter Gast übernimmt er regelmäßig solistische Pultpositionen u. a. beim Brussels Philharmonic, dem Belgischen Nationalorchester, dem Beethoven Orchester Bonn, dem Sinfonieorchester Wuppertal und dem Staatsorchester Mainz. Frühere Stationen führten ihn als Akademist zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, zum SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart sowie als Solocellist zur Jungen Deutschen Philharmonie.

Sein Studium absolvierte er an den Hochschulen in Stuttgart, Oslo, Lübeck und am Mozarteum Salzburg sowie in der Solistenklasse der Royal Danish Academy of Music bei Lars Anders Tomter. Eine zentrale künstlerische Prägung erfuhr er in Oslo durch Truls Mørk, einen der bedeutendsten Cellisten unserer Zeit, unter dessen Anleitung er seine künstlerische Handschrift schärfte und der Wenzels Fähigkeit hervorhob, unabhängig vom Repertoire musikalische Augenblicke und farbenreiche Klangnuancen einzufangen. Truls Mørk betonte, Wenzels Interpretationen zeichneten sich durch Präsenz und eine persönliche Handschrift aus, die das Publikum unmittelbar erreiche.

In Oslo studierte Wenzel zusätzlich Dirigieren, in Lübeck setzte er einen Schwerpunkt in Alter Musik. Zu seinen weiteren Lehrern zählen Troels Svane und Rudolf Gleißner, sowie für weitere wesentliche Impulse u.a. Frans Helmerson, Ralph Kirshbaum, Torleif Thedéen, Wolfgang Boettcher, Miklós Perényi und Wolfgang Emanuel Schmidt.

Als Solist war Wenzel u.a. mit Strauss’ »Don Quixote«, dem Brahms-Doppelkonzert, Guldas Cellokonzert, dem Schumann Cellokonzert und Beethovens Tripelkonzert zu hören. Kammermusikalische Aufnahmen erschienen bei Coviello Classics; Rundfunkproduktionen entstanden für zahlreiche europäische Sender.

Wenzel ist Gewinner der Oslo Chamber Music Competition sowie Preisträger des Internationalen Cellowettbewerbs Liezen, des »Julio Cardona« in Portugal, des Raiffeisen Klassik-Preises des Mozarteums Salzburg und des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds. Zudem war er Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben.

Die Kammermusik bildet einen Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. Vor seiner Anstellung in Aachen war er Cellist des Nathan-Quartetts mit Konzertreihen in der Laeiszhalle Hamburg und im Casino Basel; Festivalauftritte führten ihn zum Schleswig-Holstein Musik Festival, und zu den Festivals in Rolandseck und Oslo. Kammermusikalische Anregungen erhielt er u. a. von Mitgliedern des Artemis- und des Hagen-Quartetts. Seit zehn Jahren kuratiert er die Kammerkonzerte des Sinfonieorchesters Aachen und begleitet als Mentor die Akademist:innen des Orchesters, von denen seither mehrere Festanstellungen in anderen Orchestern erhielten.