Barock InFusion

Lunatic //
Werke von Rebel, Zelenka, Egeling und Händel

Das Konzertprogramm im Überblick:

Jean-Féry Rebel: »Les éléments«
Jan Dismas Zelenka: Triosonate Nr. 3 B-Dur
Stéphane Egeling und numbr8: »Lunatic«
numbr8: »Study in 808«
Jean-Féry Rebel: »Les caractères de la danse«
Georg Friedrich Händel: Concerto grosso op. 3 Nr. 2 B-Dur

Nehmen wir heute die Natur noch als »natürlich« wahr oder kommt sie uns schon »lunatic« (= »verrückt«) vor?
HipHop und die Klänge barocker Originalinstrumente verschmelzen in »Barock In•Fusion« zu einem außergewöhnlichen Klangexperiment. Unter dem Titel »Lunatic« werden Kompositionen aus Moderne und Barock auf ihren »Verrücktheitsgrad« untersucht. Die musikalische Leitung obliegt dem australischen Barockspezialisten Benjamin Bayl. Zu Gast ist der 18-jährige Hip-Hop-DJ und Beat-Producer numbr8.

Das erste Werk des Abends ist das »gewagteste« unter den Verrücktheiten des Konzert. Der Anfang Jean-Féry Rebels Symphonie nouvelle »Les éléments« gleicht einem Urknall in der Musik: Sie beginnt im Chaos, einem Cluster sämtlicher Töne der Tonleiter. Nach einer »confusion de l'harmonie« ordnen sich allmählich die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft mitsamt Vogelgezwitscher.

Diese Idee übernimmt numbr8 in seinem Solostück »Study in 808« für Gitarre und Live-Elektronik. Die Sicillienne aus Rebels »Les éléments« kehrt fast 300 Jahre später als Beat im modernen HipHop-Stil zurück.

Die Triosonate Nr. 3 B-Dur gehört zum virtuosesten Repertoire für Oboe und Fagott der Barockzeit. Unkonventionelle Proportionen und exorbitant lange Themenköpfe stellen den Komponisten Jan Dismas Zelenka auf das Podium des genialen Sonderlings – und verschafften ihm die Bewunderung Johann Sebastian Bachs.

In »Lunatic« fusionieren Stéphane Egeling und numbr8 elektronische Klänge mit den Klängen des Barockhorns. Eine Collage aus Pink Floyds »Dark side of the moon«, Klängen der Band Kraftwerk, Großstadt-Geräuschen und einer Bach’schen Fuge. Man darf sich wundern, wie »verrückt« die Natur die Obertonstruktur gestaltet hat: Obwohl nichts natürlicher ist als die Obertonreihe eines Naturhorns kommt sie uns sehr fremd, »lunatic« vor.

In seiner edlen und opulenten Tanzsuite »Les caractères de la danse« schuf der innovative Lully-Schüler Jean-Féry Rebel einen Klang zwischen Tradition und Moderne. Die harmonisch kühne Sonate besteht aus Miniaturen einzelner barocker Tänze.

In seinem originellen Concerto grosso op. 3 Nr. 2 B-Dur vereint Georg Friedrich Händel italienische, französische und deutsche Stilmerkmale. Virtuose Solopassagen der Streicher und Bläser zeugen von großer Innovationsfreude.

Den Abschluss bildet das besonders farbige Concerto grosso op. 3 Nr. 2 B-Dur Georg Friedrich Händel, der den Quellen der Stadt Aachen die Heilung seiner rechten Schreibhand verdankt. So verrückt es klingt: Ohne Schwefelwasser aus Oche hätte es niemals das berühmte Halleluja gegeben, denn Händel galt vor seiner Kur in Aachen als unheilbar gelähmt. Lunatic ...



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