Stiffelio

Oper von Giuseppe Verdi

Die junge Frau Lina ist verheiratet mit Stiffelio, einem angesehenen Prediger und wohnt mit ihm im Haus ihres Vaters Stankar, einem ehemaligen Offizier. Die Atmosphäre ist geprägt von allseitiger Beobachtung und einer christlich- dogmatischen Enge. Stiffelio ist häufig abwesend und mehr verbunden mit seinem Priesterberuf als mit der sorgsamen Nährung der gemeinsamen Ehe. Lina fühlt sich einsam und, obwohl sie Stiffelio liebt, geht sie eine Beziehung ein mit Raffaele, der als Gast ebenfalls im Haus ihres Vaters lebt. Die Gemeinde und der Vater Stankar stilisieren Stiffelio zur Heilsfigur und sehen ihn nicht als Mensch, der Bedürfnisse hat und Leidenschaften. Das Verhältnis Linas mit Raffaele bleibt nicht unentdeckt und Stiffelio selbst wird dabei zerrieben zwischen seinen Gefühlen und den überhohen Ansprüchen, die er an sich selber stellt.

Zwischen den bekannteren Opern »Luisa Miller« und »Rigoletto« entstanden, ist »Stiffelio« ein Werk Giuseppe Verdis, auf dessen Entdeckung man sich freuen darf. Auf Grund des Drucks der Zensur arbeitete Verdi die Oper für spätere Aufführungen um, so dass daraus ein gänzlich verändertes Bühnenwerk entstand. Erst etwa ein Jahrhundert später gelang es, die ursprünglichen Ideen des Komponisten zu »Stiffelio« zu rekonstruieren und es damit zu ermöglichen, Verdis originale Oper kennenzulernen.

// in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln