Jelinek vs. Trump - Informationen zu »Am Königsweg«

Elfriede Jelinek, die »blinde Seherin«
Elfriede Jelinek
ist eine leidenschaftliche Verfechterin des Spiels mit den Wörtern und den Worten. Sie ist nicht daran interessiert, »›lebende‹ Menschen irgendwie psychologisch miteinander in Kontakt treten zu lassen«. ... Vielmehr zielt sie darauf, Figuren vorzuführen, die, wie sie sagt, »immer um ihre Leben sprechen«, angesiedelt zwischen Hölderlin und dem Wortverschnitt, der die Medien und genauso die übrige soziale Interaktion weithin bestimmt. Die solchermaßen vorgeführte »schneidende Normalität« wird ganz unsentimental diagnostiziert und an das Publikum weitergegeben. Gerade dadurch wird die Perversion unseres gesellschaftlichen Alltags kenntlich gemacht und als gemein-gefährliche »CharakterMaske« vermittelt. Das geschieht in einer bewusst künstlich gehaltenen Ausdrucksebene, in Gestalt von »geschlossenen Sprachflächen … wie in Aspik gegossen und eingefroren«. (Theo Buck)

Hier geht es zur Homepage der Autorin.

Regisseur Christian von Treskow und Dramaturgin Inge Zeppenfeld im Interview.

Hier berichtet der WDR über unsere Produktion

Hier geht es zum Premierenbericht der Aachener Zeitung

Donald Trump, der »König«
»Donald John Trump ist ein amerikanischer Unternehmer, Entertainer und seit 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.« Dieser erste Satz des Wikipedia-Eintrags zum »mächtigsten Mannder Welt« spricht für sich. Dass Trump, der die globale Erderwärmung als Erfindung der Chinesen einstufte, der behauptete, auf der 5th Avenue jemanden erschießen zu können und trotzdem keine Wähler zu verlieren, der den Vietnam veteranen John Mc Cain nicht mochte, weil er sich hatte verletzen lassen, der seinen Vorgänger Obama als »Gründer« des IS identifizierte, und der sich brüstete, mit Frauen ALLES machen zu können – dass dieser Mann tatsächlich in der Nacht des 8. Novembers 2016 in das höchste politische Amt der Welt gewählt wurde, konnte ein Großteil der Weltöffentlichkeit nicht fassen. So auch die Autorin Elfriede Jelinek: Es heißt, sie habe noch in dieser Nacht zu schreiben begonnen. Die erste Fassung von »Am Königsweg« lag 2 ½ Monate später beim offiziellen Amtsantritt Trumps am 20. Januar 2017 vor.

zu sehen: Alexander Wanat

Inzwischen sind zwei Jahre der TrumpPräsidentschaft vergangen. Sein politisches Handeln (vom Umgang mit dem »Raketenmann« oder den afrikanischen »Drecksstaaten« bis zur Auflösung diverser Handelsabkommen und des Pariser Klimaabkommens) wird weltweit verfolgt.
Im Jahr 2017 kam Trump in über 901 Millionen Tweets vor, in zehnmal mehr als Obama in seinem letzten Amtsjahr (in: The Year in News 2017, Medium.com.). 
Was Donald Trump denkt, erfährt Amerika und die Welt über Twitter. Wahllos wettert er in 140/280 Zeichen gegen alle und jeden, droht und lügt. Der Anteil seiner politischen Äußerungen, die objektiv falsch sind, lag laut Un tersuchungen des journalistischen Recherche- und Überprüfungs-Projekts »Politifact« im Herbst 2017 bei etwa 70 % (im Vergleich Obama: 26%). Bis zur Halbzeitwahl im November 2018 waren Trump über 6.400 Falschaussagen nachzuweisen, darunter die 123-mal wiederholte Falschaussage, seine Steuersenkung sei die größte der Geschichte, oder die 86-mal wiederholte Behauptung, der Bau der Grenzmauer nach Mexiko habe bereits begonnen. (Glenn Kessler, Salvador Rizzi, Meg Kelly)

Georg Seeßlen über das Phänomen Trump