Wofür es sich zu leben lohnt

Duncan Macmillan: Theater ist Intervention
»Was ich am meisten als Theatermacher und als Zuschauer genieße, ist es, mein Gehirn dazu zu bringen, mehrere Sachen gleichzeitig zu tun«, sagt Macmillan (…) und verweist auf (…) »All das Schöne«. Bei dem interaktiven Monolog sind Verzweiflung und Euphorie zwei Seiten derselben Medaille. Es geht um Depression und Selbstmord und dennoch schafft es das Stück, freudig und lebensbejahend zu sein.
»In mancherlei Hinsicht ist es das am wenigsten coole Stück Theater überhaupt«, sagt der Autor. Die formale Geste des Stücks (…) ist bewusst demokratisch, während die Botschaft für diejenigen, die mit Depression zu kämpfen haben, durch ihre Direktheit tief berührt. »Du bist nicht allein, du bist nicht seltsam, du wirst es durchstehen, und du musst einfach festhalten. Das ist eine sehr uncoole, unmodische Art etwas zu sagen, aber ich meine es wirklich so.«
Wie viele von Macmillans Arbeiten - in seinem Stück »Atmen« beschäftigt er sich beispielsweise mit Elternschaft, in »2071« mit dem Klimawandel - entstand »All das Schöne« aus dem Bedürfnis, etwas zu sagen, was bisher so nicht gesagt wurde: »Ich habe niemanden gesehen, der eine selbstmörderische Depression in einer hilfreichen, interessanten oder genauen Weise diskutiert«, sagt er. In der gleichen Zeit wiederum, in der er »Atmen« schrieb, fühlte er, dass er »nicht genug wahrnahm, was es bedeutet, jetzt am Leben zu sein«. Er beschreibt beide Stücke als Interventionen derselben Art und fügt mit einem entschuldigenden Lächeln hinzu: »Das klingt wirklich bedeutend.«
Theater ist, wenn es gut ist, »unglaublich direkt und unglaublich interventionistisch«, so Macmillan.
(Interview von Catherine Love mit Duncan Macmillan für The Guardian)

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Eine Auswahl von Ansprechpartnern in Aachen haben wir hier zusammengestellt

Premierenbericht der Aachener Zeitung

»Macmillan findet das perfekte Gleichgewicht zwischen dem, was einen am Leben verzweifeln lässt, und dem, was es so wunderbar macht.« (The Independent)