Der schwärmerische Nemorino liebt Adina. Hoffnungslos. Denn sie scheint nur Augen für den aufschneiderischen Belcore zu haben. Und sowieso will Adina lieber frei und ungebunden leben. Ein Zaubermittel muss her, das das Gegenüber verliebt macht. Wie praktisch, dass der Wunderdoktor Dulcamara für alles ein Mittelchen parat hat und Nemorino für sein ohnehin knappes Geld einen Liebestrank aufschwatzt. Wie sich herausstellt, verbirgt sich dahinter nur ein gewöhnlicher Rotwein.
Und Adina zeigt sich eher irritiert von dem beschwipsten, vor Selbstbewusstsein strotzenden Nemorino. Noch mehr Liebestrank soll sie endlich an ihn binden. Doch Adina hat Nemorino längst durchschaut und kennt ein besseres Mittel…
Donizettis heitere Liebesgeschichte auf Umwegen berauscht nicht nur mit einem fingierten Liebestrank, sondern auch mit ihren innigen Melodien, den lustspielhaften Rhythmen und flinken Koloraturen, die Joan Anton Rechi, Regisseur der Aachener Erfolgs-Inszenierung »Sweeney Todd«, gewohnt verspielt und beschwingt mit dem Ensemble in Szene setzt.
#pressestimmen
»Joan Anton Rechi inszeniert Donizettis Komische Oper „L’elisir d’amore“ am Theater Aachen als Reminiszenz an den „American Dream“. Zur großen Freude des Publikums. Auch die Solistinnen und Solisten sowie das Orchester unter Chanmin Chung begeistern.«
»Und weil der am Haus von Elena Tzavara nach seinem „Sweeney Todd“ hochgeschätzte Regisseur Donizettis Komische Oper in eine amerikanische Jahrmarkts-Kulisse der 50er Jahre verlegt, ziemlich viel knallbunte Musicalatmosphäre und ein bisschen David Hockney hineinrührt, geht der Verweis aufs Heute auf. Dem Premierenpublikum jedenfalls gefiel’s über die Maßen.«
»Bunt wie die Szenerie gestaltet er [Chanmin Chung] auch die Musik mit dem quirligen Aachener Sinfonieorchester, wobei diesmal besonders die Streicher voll glühenden Schmelzes tönen. Von Gags mit Becken nicht zu reden.«
»Laia Vallés überstrahlt nicht nur als Petticoat-Queen den Jahrmarkt, sie singt die Adina einfach wunderschön. Ihr Sopran kann weite emotionale Bögen spannen, bruchlos die Register wechseln, virtuos sich in die Höhen schrauben, dazu wunderbar in den Ensembles harmonieren.«
»Ángel Macías gebietet in der riesigen Nemorino-Partie nicht nur über die Kunst, mit den Kräften zu haushalten, er kann seinen lyrischen Tenor scheinbar nach Belieben zum Strahlen bringen, ihm Durchschlagskraft beigeben, edlen Schmelz hinzufügen.«
»Sung Woo Hwang mischt mit seinem schauspielerischen Talent gehörig und sehr, sehr lustig die kleine Bühnenwelt auf, sein Bariton gehorcht ihm tadellos, er erhält besonders viel Beifall.«
»Sein Registerkollege Jorge Ruvalcaba ist der schmucke, selbstverliebte Belcore, wie er im Buche steht. Auch er mit großer Leistung.«
»Evelyn Grünwald, Stipendiatin am Theater, verleiht ihr nicht nur mit ihrem wohlgebildeten jugendlichen Sopran eine große, sympathische Präsenz.«
»Ein schöner, ein beschwingter, ein bunter Abend alles in allem. Genau das Richtige in diesen Tagen.«
Aachener Zeitung
»Der andorranische Regisseur Joan Anton Rechi entführt uns mit seiner quirligen Produktion in die USA der 1950er Jahre und auch das komplett aus jungen Nachwuchssängern bestehende Solistenensemble begeistert dabei mit ansteckender Spielfreude.«
»Dank der bonbonfarbenen Kostüme von Sandra Münchow gelingt die Zeitreise perfekt und so ist der Boden bereitet für einen entzückenden Opernabend.«
»Rechi spielt mit den Klischees und punktet mit lebendiger Personenführung: immer wieder finden am Rand der Handlung urkomische Zeitlupenszenen statt, man hat ständig etwas zu entdecken[.]«
»Nach der Pause verlegt Rechi die Handlung in ein typisch amerikanisches Diner, das Gabriel Insignares farbenfroh gestaltet hat, lässt den vielbeschäftigte Chor (hervorragend vorbereitet von Alexander Einarsson) in herrlichen Uniformen auftreten. Es wird also optisch viel geboten gestern Abend.«
»Doch auch die Sängerriege weiß zu überzeugen.«
»Und das merkt man Adina, Nemorino und Belcore an: die drei funktionieren auf der Bühne einfach glänzend zusammen, spielen sich darstellerisch die Bälle zu und singen vorzüglich[.]«
»Laia Vallés ist eine wunderbar klar singende Adina, zeigt strahlende Höhe und herrliche Koloraturen.«
»Dazu verfügt der junge mexikanische Tenor [Ángel Marcías] über eine unvergleichliche Bühnenwirkung.«
»Sein Landsmann Jorge Ruvalcaba ist ein Belcore wie aus dem Bilderbuch: testosterongesteuert im Auftreten, männlich-kraftvoll im stimmlichen Ausdruck und mit einem betörenden Timbre ausgestattet.«
»Überraschung des Abends ist für mich der als Chorsänger geführte Bassbariton Sungwoo Hwang, der den Dulcamara in bester Buffomanier auf die Bühne bringt, voluminös den Theaterraum bis in den letzten Winkel füllt und die Figur als Mischung aus Quacksalber und Präsidentenwitzfigur anlegt.«
»Die junge Stipendiatin Evelyn Grünwald komplettiert die fantastisch aufspielende Sängerriege als quirlige Gianetta mit ihrem beweglichen Sopran.«
»Ich bin sicher, auch bei wiederholtem Besuch werden Sie sich nicht satt sehen können und werden blendend unterhalten.«
Der Opernfreund
»Die Solisten glänzen mit hervorragenden Leistungen.«
»Ángel Macias singt mit viel Schmelz in der Stimme den Nemorino. Mit Feingefühl gestaltet er die Bravourarie ›Una furtiva lagrima‹, übrigens klangschön begleitet vom Solo-Fagottisten des Orchesters.«
»Sung Woo Hwang überzeugt als Dulcamara vor allem in den rasanten Parlando-Passagen, da sprudelt es in einem Wahnsinnstempo dahin.«
»Jorge Ruvalcaba spielt und singt mit Verve den Belcore.«
»Evelyn Grünwald ist perfekt als junge Gianetta und Laia Vallés gestaltet die Vielseitigkeit der Adina, die sich letztendlich zwischen ihren beiden Liebhabern entscheiden muss mit sicherem, manchmal in der Höhe ein wenig scharf klingendem Sopran.«
»Das Theater Aachen kann sich glücklich schätzen, die Solistenrollen komplett mit eigenen Haus-Kräften besetzen zu können.«
»Auch die Leistungen von Chor und Orchester sind lobend hervorzuheben. Am Dirigentenpult versteht Aachens Erster Kapellmeister Chanmin Chung es, Donizettis Musik Spritzigkeit und emotionale Tiefe zu verleihen. Das ist insgesamt eine dem Belcanto-Stil gerecht werdende musikalische wie sängerische Leistung.«
GrenzEcho