Zu opernhaft, zu dramatisch, dem Anlass nicht angemessen – die Gottesdienstbesucher der Leipziger Nikolaikirche waren am Karfreitag des Jahres 1724 nicht begeistert, als Johann Sebastian Bach dort zum ersten Mal seine »Johannes-Passion« aufführen ließ. In der Tat geht Bach über eine schlichte Vertonung der Leidensgeschichte Jesu hinaus und schöpft das dramatische Potenzial, das dem Text des Johannesevangeliums innewohnt, mit allen musikalischen Mitteln voll aus. Vor allem die zahlreichen Chorszenen verleihen dem Werk eine geradezu theatrale Wucht. Und obwohl es eine biblische Geschichte ist, die hier erzählt wird, sind es doch die großen, universellen menschlichen Themen, um die es geht: Treue und Verrat, Leid und Mitleid, Verleugnung und Vergebung.
In Kooperation mit dem internationalen »schrit_tmacher Festival« bringt das Theater Aachen Bachs dramatischste Passion in dieser Spielzeit auf die Bühne. Musiker:innen und Tänzer:innen entwickeln gemeinsam eine neue Interpretation der »Johannes-Passion«, in der zeitgenössischer Tanz Bachs zeitloser Musik eine weitere Ausdrucksdimension hinzufügt.
Im Rahmen unseres Projektes AKZENT Barock! gefördert durch »Neue Wege«, das Förderprogramm des NRW KULTURsekretariats.

Hinweis: Die Einführungen im Rahmen des schrit_tmacher Festivals am 15. und 29. März beginnen bereits eine Stunde vor der Vorstellung.
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#pressestimmen
»Eine gelungene Kooperation feiert Premiere: Das Tanzfestival und das Theater Aachen vereinen Musik, Tanz und starke Bilder zu einer intensiven, modernen Gesamtwirkung einer der ältesten Geschichten der Welt.«
»Die Premiere wurde gefeiert und bejubelt. Vollkommen zurecht. Es war eine besondere Interpretation dieses klassischen, barocken Werkes, in der das Theater Aachen gemeinsam mit eigens für diese Inszenierung ausgewählten Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne stand.«
»Der Applaus ist lang und laut – so kennt man das vom Schrittmacher-Festival in Aachen. Doch diesmal ist er noch ein wenig länger und lauter.«
»Dass nach der dritten Verbeugung die Reihenfolge ein wenig durcheinander geriet, machte diesen rundum gelungenen Abend noch charmanter und löste zugleich die Spannung nach diesem ernsten Stück, das den Leidensweg Christi auf die Bühne bringt.«
»Die Sängerinnen und Sänger des Opern- und Extrachors Aachen entfalten eine Wucht, die den Raum füllt und sehr besonders ist.«
»Das Orchester spielt auf den Punkt, der Chorgesang ist wuchtig, die Arien berühren.«
»Man wünschte sich, noch mindestens ein Auge mehr zu haben, um alles zu erfassen.«
»Diese Rolle (des Evangelisten) übernimmt Žiga Čopi in Aachen souverän und sehr beeindruckend. Die musikalische Darstellung der Ereignisse – von der Verhaftung bis zur Kreuzigung – ist von Ausdruckstiefe geprägt.«
»Jesus, überzeugend verkörpert von Ronan Collett, wird nach dem Verrat des Judas in Haft genommen; die Verleugnung durch Petrus prägt den ersten Teil. Im zweiten Teil wird Jesus dem römischen Statthalter Pontius Pilatus (stark: Stefan Hagendorn) vorgeführt.«
»In Bachs eher statischem Bühnenwerk fügen sich die Tänzerinnen und Tänzer nicht nur ein, sie füllen den Raum.«
»Als Laia Vallés (Sopran) und Marie Seidler (Alt) um Jesus trauern, ist das sehr berührend – ein stiller Moment großer Intensität.«
»Doch die Tänzerinnen und Tänzer, die der französische Choreograf Guillaume Hulot (...) ausgewählt hat, machen dieses Stück moderner, greifbarer.«
»Mit Emma Bogerd, Conal Francis-Martin, Keren Leiman, Gonçalo Martins Da Silva und Cosmo Sancilio gibt Hulot der Passion eine zusätzliche, kraftvolle Dimension.«
Aachener Zeitung