Nach einer schlaflosen Nacht mit der Lektüre von Puschkins Roman »Eugen Onegin« war das Konzept für Tschaikowskys neue Oper geboren: »Ich suche ein intimes, aber starkes Drama, das auf Konflikten beruht, die ich selber erfahren oder gesehen habe, die mich im Innersten berühren können.« Tschaikowsky verwandelt den Roman in ein lyrisches Kammerspiel, in dem eine unbändige Liebe, scharfe Zurückweisung und ein tödliches Duell die Gefühlswelten junger Menschen erschüttern: Die junge, in ihre Bücher vertiefte Tatjana verliebt sich Hals über Kopf in den draufgängerischen Onegin. In einem leidenschaftlichen Brief gesteht sie ihm ihre Liebe. Doch er weist sie schroff zurück, vergnügt sich stattdessen mit ihrer Schwester Olga und tötet bei einem Duell seinen guten Freund Lenski. Nach Jahren des Umherirrens begreift Onegin seine verpasste
Chance. Gibt es ein Zurück?
Die Regisseurin Verena Stoiber spürt in ihrer ersten Arbeit am Theater Aachen jenem tiefsinnigen Kaleidoskop über »wirkliche« Menschen nach, deren Liebe durch verpasste Chancen, falsches Timing und jugendlichen Leichtsinn mit tödlichen Folgen verunmöglicht wird.
In Kooperation mit dem Eiskunstlaufverein Aachen.
Hinweise zur Darstellung, zum Inhalt und zu sensorischen Reizen und Triggern stehen hier.
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#pressestimmen
»Larisa Akbari spielt und singt das eindrucksvoll. Mühelos und glaubhaft entlockt sie der Rolle nicht nur die schnell entflammte Schwärmerei, sondern auch die bodenlose Verzweiflung.«
»Wie gut, dass es in diesem Ensemble genug Menschen gibt, die nicht nur Französisch können, sondern auch mit der russischen Aussprache vertraut sind wie Ekaterina Chekmareva als fürsorglich unaufgeregte Filipjewna und, mehr noch, Irina Popova: Sie sorgt als Larina für den in all dem Schwermut nötigen Comic Relief, mit der Bräsigkeit, aber auch Sanftheit einer klischeehaften slawischen Übermutter, mit erkennbarem Hang zur Frauenzeitschrift, zweifelhaften Erziehungsmaßnahmen und ausgezeichnetem Eventmanagement.«
»Sophie Kidwell verkörpert mit ihrem eindrücklichen Mezzo die Abgründe jugendlicher Naivität bei Olga.«
»Jorge Ruvacalba findet für seinen Onegin, eine klangschöne, durch Eleganz bestechende Übersetzung. Gleichzeitig ist er der Anker für das Publikum.«
Das Opernmagazin
»Mit lang anhaltendem Beifall reagierte das Premierenpublikum im vollbesetzten Theater Aachen auf eine szenisch reflektierte und musikalisch starke Neuinszenierung von Peter Tschaikowskys persönlichster und bekanntester Oper ›Eugen Onegin‹.«
»Musikalisch punktet die Produktion durch das durchweg junge Solisten-Ensemble.«
»Jorge Ruvalcaba in der Titelrolle erweist sich als stimmlich präsenter Kavalierbariton.«
»Larisa Akbari begeisterte als Tatjana nicht nur mit einem überragenden Vortrag der großen Briefszene.«
»Ángel Mácias als Lenski drehte als ebenso empfindsamer wie eifersüchtiger Lenski mit seinem Tenor mächtig auf, fand aber für seine ergreifende Abschieds-Arie berührend sensible Töne. Mit ihrem samtweichen und substanzreichen Mezzo sorgte als Gast Sophie Kidwell in der Rolle von Tatjanas Schwester Olga für Pluspunkte. Seine Bravour-Arie als Fürst Gremin meisterte der Bassist Manuel Winckler makellos.«
»Vorzüglich präsentiert sich die Choristin Ekaterina Chekmareva als Kinderfrau Filipjewna, souverän und spielfreudig verkörpert Irina Popova die ebenfalls jung wirkende Mutter Larina. Und Hans Schaapkens steuert mit seinem Tenor das melodienselige Couplet des Franzosen Triquet bei.«
»Verlässlich wie immer erfüllt der erweiterte und von Alexander Einarsson einstudierte Opernchor seine Aufgaben.«
»Generalmusikdirektor Christopher Ward am Pult des sorgfältig vorbereiteten Aachener Sinfonieorchesters führt mit angemessenem Feingefühl durch die Partitur, lässt es an den wenigen dramatischen Ausbrüchen jedoch nicht an nachhaltigem Druck fehlen und rundet damit das insgesamt beachtliche musikalische Niveau der Produktion homogen ab.«
Aachener Zeitung
»[...]das beschert dem Publikum im ausverkauften Haus einen vielschichtigen Opernabend.«
»vierschichtigen, mit lebendiger Personenführung schlüssig erzählten Psychogramms«
»Erfrischend jung setzt sich das Ensemble des Theaters Aachen am gestrigen Abend zusammen.«
»Selbst Gremin ist hier kein alter Fürst mit einer Frau, die seine Tochter oder vielleicht gar Enkelin sein könnte, er ist ein junger Vater, der seine kleine Familie verantwortungsvoll zusammen hält und in Manuel Winckhler mit seinem frischen und doch eindrucksvollen Bass einen hervorragenden Interpreten findet.«
»Larisa Akbari und Sophie Kidwell sind ein herrliches Schwesternpaar, das auch stimmlich nicht unterschiedlicher sein könnte und dennoch bestens harmoniert: Larisa Akbaris Tatjana wandelt sich auch stimmlich vom verträumten Gör zur knallharten Realistin – dazu bringt die aus Russland stammende Sängerin einen wandlungsfähigen, in allen Lagen überzeugenden Sopran mit – während Sophie Kidwell mit samtweichem Mezzo ihr Rollendebüt als hingebungsvolle Olga gibt.«
»Jorge Ruvalcaba hingegen überzeugt mich in der Titelrolle von der ersten Sekunde mit seinem kraftvollen und ausdrucksstarken Bariton. Ich nehme dem jungen Sänger seine innere Zerrissenheit in jeder Minute ab, singt er doch voller Leidenschaft und Inbrunst.«
»Auch die kleineren Partien sind durch die Bank mehr als adäquat besetzt und doch will ich den auf der Webseite des Theaters Aachen als Chorsänger zu findenden Stefan Hagedorn ausdrücklich erwähnen. Er verleiht der Figur des Saretzki, die mir sonst in der Oper kaum je überhaupt aufgefallen war, in seinem kurzen Auftritt mit eindrucksvollem Bass enormes Profil.«
»Der von Alexander Einarsson betreute Chor darf im ersten Akt die die an russische Weisen angelehnten Melodien nur aus dem Off präsentieren, nach der Pause aber kommt zum vokal eindrucksvollen Eindruck eine wunderbare Bühnenpräsenz.«
»Im Graben schlägt Christopher Ward mitunter flotte Tempi an, zeigt jenseits von folkloristischen Klängen und üblichem russischen Pathos bei aller Schwere eine beschwingte, fast leichte Version von Tschaikowskys Partitur und macht den Abend so musikalisch perfekt.«
»Das findet auch das Publikum, dass am Ende dieses sehens- und hörenswerten Abends nicht mehr auf den Sitzen zu halten ist.«
Der Opernfreund