Aachen im Jahr 2044. Was sich lange angekündigt hat, ist eingetreten: eine Machtübernahme durch die »Nationale Allianz für Deutschland« (NAfD) hat zur Folge, dass die Demokratie Stück für Stück abgeschafft und ein autoritäres Regime errichtet wird. Meinungsfreiheit existiert nicht mehr, tagtäglich finden »Ausbürgerungen« von Menschen statt, und die digitale Überwachung ist omnipräsent … Diese fiktive Zukunft wird in einer multimedialen Inszenierung von Gernot Grünewald auf die Bühne gebracht, inspiriert von dem Podcast »2044. Chronik einer verlorenen Zukunft«, von Büchern wie »Machtwechsel« von Arne Semsrott, von klassischen Dystopien sowie von historischen und politisch aktuellen Ereignissen. Die Handlung um sieben unterschiedliche Charaktere wirft Fragen auf: Wie konnte es dazu gekommen, dass Deutschland in die Diktatur kippt? Wie hätte dies verhindert werden können? Welche Konsequenzen hat diese Zukunft für die Einzelnen? Ist Widerstand noch möglich? Eine Lehrerin, ein Polizist, ein Reporter, eine von Abschiebung bedrohte Studentin auf der Flucht, ein Widerstandskämpfer, ein Politiker und eine Wissenschaftlerin erleben eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Erzählt wird das Stück in unterschiedlichen Medien: Live gespielt, über eine Live-Kamera eingefangen, mit Text- und Sprachnachrichten und vielem mehr. Als spannungsgeladener Thriller und als „Social Fiction“ ist »2044. Chronik der Zukunft« ein Versuch, politisch aktuelle Themen sinnlich auf der Bühne zu verhandeln.
Gernot Grünewald hat sich mit Dokumentartheaterprojekten einen Namen gemacht und inszenierte u.a. am Thalia Theater Hamburg, Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Stuttgart und an den Münchner Kammerspielen.