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Die Spielzeit 2013/2014 am Theater Aachen
Liebes Publikum, unsere Pläne für die kommende Spielzeit sind fertig. Wenn Sie neugierig sind auf... mehr

Blog zu unserem Uraufführungsprojekt "Tiere essen"
In diesem Blog berichten wir probenbegleitend von unserem Versuch, den Weltbestseller „Tiere Essen“... mehr

Theatertalk zum Kaurismäki-Abend
Am 21. Mai findet um 21.00 Uhr der zweite Waldis Theaterclub im Mörgens statt. Der Eintritt dazu ist... mehr

Theater Aachen zum NRW-Theatertreffen 2013 eingeladen
Das Theater Aachen ist mit seiner Mörgens-Produktion »Deportation Cast« in der Regie von Jan Langenheim... mehr

Das Theater Aachen lädt Aachener Abiturienten ins Theater ein
Die Abi-Prüfungen sind geschrieben und für viele beginnt nun die Zeit des Wartens. Damit es nicht langweilig... mehr

Musiktheater / Schauspiel

Michael Schmitz-Aufterbeck

Liebe Theater- und liebe Konzertbesucher!


Die »Mitte« unserer Gesellschaft steht thematisch im Zentrum dieser Spielzeit. Lange Zeit Synonym für breiten Wohlstand, hohes Bildungsniveau und Garant politischer Stabilität, ist diese Mitte durch die Unwägbarkeiten der Globa li sie rung, die ökologischen Bedrohungen und insbesondere die Erosion der Finanz märkte in Bewegung geraten. Einerseits bilden sich aus dieser verunsicherten Mitte Bürgerbewegungen und Parteien, andererseits droht vielen der Fall aus der Mitte, weil sie zu Opfern der Folgen der Finanzkrise werden. Ins besondere das Thema Armut rückt wieder mehr in den Fokus der Wahrnehmung. Die Angst vor der Zukunft macht sich mehr und mehr breit und damit verbunden auch wieder die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, die in unserer Geschichte eine so verheerende Rolle gespielt haben.

Von der Mitte dieser Gesellschaft wird auch das Theater dieser Stadt getragen, von außen betrachtet ein mächtiger, museal anmutender Bau, vor 187 Jahren von der Bürgerschaft dieser Stadt errichtet, in seinem Innern ein Ort der Kommuni kation, des gesellschaftlichen Diskurses, der Begegnung mit den verschiedenen Künsten und Künstlern, die das Theater bilden, und Ort einer theatralen, künst lerischen Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben. Wie an nur wenigen Orten wird dabei im Theater oder im Konzertsaal der Besucher zum Teil eines im Hier und Jetzt stattfindenden Ereignisses, das nicht repro duzierbar ist, in dem beide Seiten, Besucher und Künstler, unweigerlich aufeinander reagieren, an jedem Abend neu und anders.

Nur wenige Schritte von uns entfernt, in den Niederlanden, wird ab 2013 ein ungeheurer Kahlschlag stattfinden. Nahezu ein Viertel der Kultursubvention wird der Politik der Mitte-Rechts-Regierung zum Opfer fallen. Von zehn Orches tern werden ganze vier übrig bleiben, von sieben Tanzkompanien vier. Weltbekannte Ausbildungseinrichtungen wie etwa die »Rijksakademie van beeldende kunsten« in Amsterdam sollen von der Kulturlandkarte Europas verschwinden. Aber auch viele der großartigen freien Kompanien werden so ausgelöscht. Damit sind die Niederlande nach Italien und Ungarn das dritte europäische Land, wo die Kultur Opfer einer rechtslastigen Politik wird. Johan Simons, der Intendant der Münchner Kammerspiele, hat darauf hingewiesen, dass auch die kulturelle Selbstverwaltung in den Niederlanden zum Verlust des Diskurses mit Gesellschaft und Politik geführt hat. Eine große Diskussion, wie ihn die Streitschrift »Der Kulturinfarkt« in Deutschland entfacht hat, gibt es in den Niederlanden nicht. Es liegt bei uns allen, die gesellschaftliche Diskussion über die Kultur bei uns wach zu halten und sie vor einseitiger Zweck bindung und Kommer zia lisie rung zu schützen.

Gemeinsam mit dem neuen GMD Aachens, Kazem Abdullah, und allen Mitarbeitern Ihres Aachener Theaters möchte ich Sie zu einer aufregenden Saison 2012/2013 einladen.

Wir freuen uns darauf,


Ihr
Michael Schmitz-Aufterbeck
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