Der goldene Drache
Stück von Roland Schimmelpfennig
Die Welt unter einem Dach: In einem Thai-China-Vietnam-Schnellrestaurant in einem Mietshaus irgendwo in einer deutschen Großstadt leidet ein junger Asiate, der auf
der Suche nach seiner Schwester ist, an einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung, heftigem Heimweh, vor allem aber an fürchterlichen Zahnschmerzen. Zwischen Nr. 17 »Gai Grob Prio Wan« und Nr. 6 »Bami Pat« wird ihm kurzerhand der kariöse Zahn mit der Rohrzange gezogen. In der Zahnlücke sitzt seine Familie, die zuhause in Asien auf ihn wartet. Der Zahn selbst landet in der Thai-Suppe der Fernflug-Stewardess Inga, Stammkundin im »Goldenen Drachen« und wohnhaft über dem Restaurant. Inga hat viel von der Welt gesehen, ihre Nachbarn kennt sie kaum: das Paar im Dachgeschoss mit der ungewollten
Schwangerschaft, den Mann dessen Lebensuhr abläuft, die Frau im roten Kleid nach ihrem Seitensprung und den Lebensmittelhändler von gegenüber, der die Fabel von der geschäftstüchtigen Ameise und der
hungrigen Grille zu blutigböser Realität werden lässt.
Roland Schimmelpfennig fängt mit lakonischem Blick, berührender Leichtigkeit und schreckhaftem Witz die emotionalen Leerstellen und das Netz von Ausbeutung, Erniedrigung und Menschenfeindlichkeit in unserer globalen Transferwelt ein.
der Suche nach seiner Schwester ist, an einer fehlenden Aufenthaltsgenehmigung, heftigem Heimweh, vor allem aber an fürchterlichen Zahnschmerzen. Zwischen Nr. 17 »Gai Grob Prio Wan« und Nr. 6 »Bami Pat« wird ihm kurzerhand der kariöse Zahn mit der Rohrzange gezogen. In der Zahnlücke sitzt seine Familie, die zuhause in Asien auf ihn wartet. Der Zahn selbst landet in der Thai-Suppe der Fernflug-Stewardess Inga, Stammkundin im »Goldenen Drachen« und wohnhaft über dem Restaurant. Inga hat viel von der Welt gesehen, ihre Nachbarn kennt sie kaum: das Paar im Dachgeschoss mit der ungewollten
Schwangerschaft, den Mann dessen Lebensuhr abläuft, die Frau im roten Kleid nach ihrem Seitensprung und den Lebensmittelhändler von gegenüber, der die Fabel von der geschäftstüchtigen Ameise und der
hungrigen Grille zu blutigböser Realität werden lässt.
Roland Schimmelpfennig fängt mit lakonischem Blick, berührender Leichtigkeit und schreckhaftem Witz die emotionalen Leerstellen und das Netz von Ausbeutung, Erniedrigung und Menschenfeindlichkeit in unserer globalen Transferwelt ein.
Sa, 30. Juni 2012, 19.30 Uhr
Bühne




Inszenierung Ewa Teilmans
Bühne Manfred Kaderk
Kostüme Sandra Münchow
Dramartugie Inge Zeppenfeld
Klangkomposition Malcolm Kemp
Junge Frau Nele Swanton
Junger Mann Felix Strüven
Mann Björn Jacobsen
Frau über 60 Elisabeth Ebeling
Mann über 60 Rainer Krause
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